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Salome Wieland
AU BORD DE LA MER (AUSZÜGE)


(...) Aller Anfang steht bereit, ich erwache. Da wo nichts ist, bevor ich aufwache. Ein Mann kommt gelaufen. Er läuft an mir vorbei und weiter. Dann bleibt er stehen und hier beginnt alles. Alles beginnt da, wo einer stehen bleibt. Da beginnt die Geschichte, und am Schluss lande ich bei mir. Heute schaffe ich es, diesen Satz festzuhalten: Wuchern, als gäbe es ein morgen.

(...) Irgendwann ist einer von irgendwo nach woanders gezogen. Wäre ich nicht losgefahren, wüRed ich sterben, wo ich war. Die Männer, denen ich hier begegne, sind vielleicht schon lange tot. Wie Statuen stehen sie an einem Ort, und auf den ersten Blick kann ich nicht erkennen, ob sie atmen oder nicht. Ich laufe durch einen Park, der leer ist bis auf zwei solche Männer. Einer steht da, der andere macht Muskelübungen. Er macht Liegestütze mit den Händen auf einer Parkbank. Macht er d en ganzen Tag Liegestützen? Lebt einer noch, der Zeit hat, den ganzen Tag Liegestützen zu machen? Heute laufe ich durch ein Land, welches in Wirklichkeit gar keines ist. Ich laufe durch eine Enklave wie durch eine Lücke, die irgendwo fehlt, die falsch eingesetzt wurde und mir keinen Eingang zeigt zur Altstadt. Erst am Nachmittag finde ich einen und laufe durch enge Gassen. Die einzigen Lebewesen, die mir begegnen, sind Katzen und Möwen. Sonst höre ich nur die Brandung des Meeres von tief unten, und ab und zu Baustellengeräusche. (...)

Ich setze mich an einen windigen Ort und passe auf.


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