Himmelsdarsteller

von Heike Geißler und Adrian Sauer       Ob man mich braucht.   Ja, das ist schon immer eine der ersten Fragen, wenn jemand erfährt, was ich beruflich mache. Mittlerweile zucke ich da mit den Schultern. Oder ich sage gar nicht erst, was ich mache. Manchmal sage ich, ich sei Augenarzt. Da kann man nichts […]

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Nächtliche Amtsantrittsrede der neuen sächsischen Ministerpräsidentin

von Heike Geißler   … Liebe Sächsinnen und Sachsen, ich bin ein Mensch. Auch Sie, liebe Sächsinnen und Sachsen, sind Menschen. Außerdem sind alle, die Sie kennen, und alle, die Sie nicht kennen, Menschen. Auch jene, die manche von Ihnen nicht kennenlernen oder sehen oder wahrhaben wollen, sind Menschen. Das dürfen Sie nicht vergessen. Manche […]

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Die zwölf Arbeiten des Verlegers

von Jan Wenzel     Die erste Arbeit: Das Einkreisen der Gegenwart     Die Arbeit des Verlegers ist vor allem eine Suche. Würde man von Außen auf sein Tun schauen, würde sich ein Bewegungsschema abzeichnen, vergleichbar dem von Claude Shannons Maus »Theseus«. Der Wunsch, die flüchtige Gegenwart lesbar zu machen, ist sein Antrieb. Die Spur […]

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Ewige Tagesform

von Birthe Mühlhoff   Es hat einen Grund, warum es bislang noch keinen zusammenhängenden Text von mir darüber gibt, dass die Unterdrückung der Frau eine ganz einfache biologischen Ursache hat: die Frau ist schon von Beginn ihres Frau-Seins an unterworfen, und zwar einem Zyklus. Und das erklärt alles. Grund ist nicht, dass ich mir zu […]

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Unerwartete Unterstützung für Tsipras

Erstaunlich, wie sich die Berichterstattung von Spiegel Online in Sachen Syriza geändert hat. Auf den Pragmatismus der Hamburger ist halt doch Verlass. Bei den Wahlen zum EU-Parlament im letzten Jahr hielt man Sicherheitsabstand zu den linken griechischen „Euroskeptikern“ und „Eurogegnern“ und schaffte damit eine europapolitische Äquidistanz zu Gruppierungen wie der Front national oder UKIP.   […]

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Vorläufer neuen Werdens

Tim Sweeneys Beats in Space feiert Geburtstag. Seit fünfzehn Jahren bin ich zwar nicht dabei, aber diese New Yorker Radiosendung hat mich in den letzten acht oder neun Jahren überall hin begleitet. Noch ein Grund mehr, für die Existenz des Internets dankbar zu sein. Dabei ist mein Bedürfnis, in Clubs zu gehen, längst nicht mehr […]

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Politische Kulinarik

Die Schlange am Falafelstand im überdachten Marché des Batignolles war mir dann doch zu lang. Um die Ecke hat ein neuer spanischer Lebensmittelladen aufgemacht. Von außen erkennt man wenig, ist man einmal drin, dröhnt einem der Lärm von ungefähr dreißig Leuten entgegen, die auf engstem Raum zusammensitzen, ordentlich trinken und die Schönheit der Gesellschaft zelebrieren. […]

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Die Neue Ehrlichkeit

von Josefine Rieks   Kein Sprachkunstwerk, sondern unverstellt vermittelte Erfahrung   Als Hans Unstern, der damals noch Jonas Pessler hieß, das erste Mal seine Stimme von Band hörte, damals 17, war er verstört. Er hatte einen David Bowie-Song [Quicksand] in das Aufnahmegerät seiner vier Jahre älteren Schwester gesungen, ihres Zeichens Gitarristin in einer Girlie-Punk-Band, den […]

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Time to die

Bettina Weigunys Texte im Wirtschaftsteil der F.A.S. lassen einen mitunter fassungslos zurück. In ihrer Kolumne „Ein Balance-Akt“ gibt sie ungefragt Einblicke in ihre Kernfamilie und wenn darin nicht so oft digitale Technologie vorkäme, dann wäre es jedem Leser absolut unmöglich zu sagen, ob diese kurzen Texte während der Kanzlerschaft Ludwig Erhards entstanden sind oder gestern. […]

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27 Forderungen an das Theater

von Hannes Becker und Wolfram Lotz     1. Die Theaterbauten werden verschwenderisch gestaltet, denn die Verschwendung ist für das Theater grundlegend. 2. Unter dem Bühnenboden befindet sich ein gewaltiger Hohlraum, damit auf der Bühne jeder Schritt seltsam klingt. 3. Die Rückwand der Bühne ist zugleich die Rückwand des Theaters. Sie ist mithilfe einer entsprechenden Vorrichtung hochfahrbar. […]

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Edit ist eine Zeitschrift aus Leipzig, die dreimal im Jahr neue deutschsprachige Literatur präsentiert. Seit ihrer Gründung 1993 setzt sie sich für zeitgenössische Schreibweisen, die Vielfalt literarischer Formen und Erstübersetzungen ein. Seit 2014 erscheint bei Spector Books und mikrotext die Buchreihe VOLTE.

 

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Edit 76

Herbst 2018, 128 Seiten, €7

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Edit Essaypreis 2019

Der Edit Essaypreis geht in die 5. Runde.

 

Erstmals wird der Preis in diesem Jahr in einem zweistufigen Verfahren vergeben. Eine unabhängige Jury ermittelt aus den eingereichten Titeln zunächst die Shortlist. In einer öffentlichen Jurysitzung am 27. Oktober 2019 entscheidet die Jury dann über die finalen Preisträger*innen. Der erstplatzierte Text wird mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro ausgezeichnet, gestiftet von den Entwicklern der Schreib-App Ulysses. Daneben wird zum ersten Mal der Radio Essaypreis an einen Text verliehen, der besonders für eine Inszenierung im Radio geeignet scheint. Der Text wird in einer Radiofassung bei SWR2 Essay gesendet. Darüber hinaus werden beide Siegertexte digital bei Matthes & Seitz Berlin veröffentlicht.

 

Einsendeschluss ist der 1. Juli 2019.

DIE AUSSCHREIBUNG (PDF)

 

Der Jury gehören an:

 

 

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