Nächtliche Amtsantrittsrede der neuen sächsischen Ministerpräsidentin

von Heike Geißler   … Liebe Sächsinnen und Sachsen, ich bin ein Mensch. Auch Sie, liebe Sächsinnen und Sachsen, sind Menschen. Außerdem sind alle, die Sie kennen, und alle, die Sie nicht kennen, Menschen. Auch jene, die manche von Ihnen nicht kennenlernen oder sehen oder wahrhaben wollen, sind Menschen. Das dürfen Sie nicht vergessen. Manche […]

weiterlesen

Die zwölf Arbeiten des Verlegers

von Jan Wenzel     Die erste Arbeit: Das Einkreisen der Gegenwart     Die Arbeit des Verlegers ist vor allem eine Suche. Würde man von Außen auf sein Tun schauen, würde sich ein Bewegungsschema abzeichnen, vergleichbar dem von Claude Shannons Maus »Theseus«. Der Wunsch, die flüchtige Gegenwart lesbar zu machen, ist sein Antrieb. Die Spur […]

weiterlesen

Ewige Tagesform

von Birthe Mühlhoff   Es hat einen Grund, warum es bislang noch keinen zusammenhängenden Text von mir darüber gibt, dass die Unterdrückung der Frau eine ganz einfache biologischen Ursache hat: die Frau ist schon von Beginn ihres Frau-Seins an unterworfen, und zwar einem Zyklus. Und das erklärt alles. Grund ist nicht, dass ich mir zu […]

weiterlesen

Die Neue Ehrlichkeit

von Josefine Rieks   Kein Sprachkunstwerk, sondern unverstellt vermittelte Erfahrung   Als Hans Unstern, der damals noch Jonas Pessler hieß, das erste Mal seine Stimme von Band hörte, damals 17, war er verstört. Er hatte einen David Bowie-Song [Quicksand] in das Aufnahmegerät seiner vier Jahre älteren Schwester gesungen, ihres Zeichens Gitarristin in einer Girlie-Punk-Band, den […]

weiterlesen

27 Forderungen an das Theater

von Hannes Becker und Wolfram Lotz     1. Die Theaterbauten werden verschwenderisch gestaltet, denn die Verschwendung ist für das Theater grundlegend. 2. Unter dem Bühnenboden befindet sich ein gewaltiger Hohlraum, damit auf der Bühne jeder Schritt seltsam klingt. 3. Die Rückwand der Bühne ist zugleich die Rückwand des Theaters. Sie ist mithilfe einer entsprechenden Vorrichtung hochfahrbar. […]

weiterlesen

Strandausflug mit Edit 65

Sasha Tamarin, mitverantwortlich für den Bildteil in Edit 65, hat eines seiner Belegexemplare mit an den Strand von Bat Yam, Israel genommen. Hier einige Bilder und ein großartiges Video vom Strandausflug. www.sashatamarin.com          

weiterlesen

Über Virginia Woolf: A Writer’s Diary

von Hannes Becker   Virginia Woolf hat zwischen den Jahren 1915 und 1941 nicht nur alle ihre wegweisenden Romane und Essays, sondern auch ein Tagebuch geschrieben. Darin stellt sie gleich zu Beginn die Frage: „What sort of diary should I like mine to be?“, und wünscht sich „something loose knit and yet not slovenly, so […]

weiterlesen

Insa Wilke – Dankesrede zum Alfred Kerr-Preis für Literaturkritik

Jetzt fühle ich mich wie Alfred Kerr, der in sein Tagebuch schrieb: „Ich bin im Handumdrehen als ein berühmter Kritiker aufgewacht.“ Ich weiß aber auch: Berühmtheit in der Form öffentlicher Aufmerksamkeit ist heute so schnell hergestellt wie auch wieder verglüht, darum will ich diese Viertelstunde des Ruhms nutzen, Sie mögen es mir verzeihen und sollen […]

weiterlesen

Release BELLA triste 38 / Edit 64

Am Freitag der Leipziger Buchmesse 2014 präsentierten BELLA triste und Edit unter der Obhut von mzin ihre Frühjahrsausgaben. In den Räumen des Leipziger Kunstvereins stellte Sebastian Haslauer Collagen aus, Dorothee Elmiger, Heike Geißler und Heinz Helle lasen vor. Unsere Freunde von Litradio haben den Abend dokumentiert.   Dorothee Elmiger liest aus Schlafgänger       […]

weiterlesen

Ist unsere Gegenwartsliteratur zu brav?

Selten brachte ein einziger Zeitungsartikel den Literaturbetrieb so in Bewegung. In seiner Polemik „Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn!“ (Die Zeit 04/2014, Vorabdruck aus der mikrotext-Anthologie „Irgendwas mit Schreiben. Diplomautoren im Beruf“, Frühjahr 2014) attestierte Florian Kessler der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur Gleichschaltung, vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Betrieb und eine ästhetische wie inhaltliche Anspruchslosigkeit – was, […]

weiterlesen